14.10.2005

Homöopathische Ärzte setzen sich zur Wehr

Aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 14. Oktober 2005


Die Stiftung Warentest hatte in einer ihrer letzten Ausgaben die Wirkungsweise der Homöopathie in Frage gestellt. Die MZ sprach hierzu mit Oliver Müller vom Regensburger Institut für Klassische Homöopathie.

"Noch nie wurde eine Heilmethode über 200 Jahre so vehement angegriffen und ebenso verteidigt wie die Homöopathie", meint Müller. Die Klassische Homöopathie, deren Begründer Dr. Samuel Hahnemann vor 250 jahren geboren wurde, kann sehr wohl heilen, so Müller, auch schwere chronische Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis, Allergien: Doch eben nur, wenn sie von Fachleuten richtig angewandt wird." Der Homöopath, egal ob Heilpraktiker oder Arzt, muss dazu in einem zweistündigen Erstgespräch die Gesamtheit aller Symptome und Beschwerden des Patienten genau aufnehmen, sogar der Gemütszustand ist dabei von Bedeutung. Aus rund 2000 verschiedenen Arzneimitteln ist dann das herauszusuchen, das eben diesem Patienten individuell angepasst ist. Die Studien, die die Stiftung Warentest zurate zieht, unterscheiden nach Darstellung von Oliver Müller nicht zwischen Komplexmittelhomöopathie, Isopathie und klassischer Homöopathie: "Es wurde nur zu 16 Prozent klassisch-homöopathisch behandelt, 84 Prozent der Studienpatienten erhielten eine pauschale Anwendung mit homöopathischen Arzneimitteln, was zwangsläufig zu Misserfolgen führen musste. "So verwundere es nicht, dass diese Studien Homöopathie mit Placebowirkung vergleichen. Gegen diese Darstellung der Homöopathie hat sich auch der Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands gewandt. "Für mich ist es traurig zu sehen, wie durch schlechte Recherche und unbesonnene Verkaufspolitik Meinung gemacht wird, durch die viele Menschen verunsichert werden", schreibt Vorstand Dr. rer. nat. Eckehard Eibl der Stiftung Warentest. Und die Samuel-Hahnemann-Stiftung: "Die Autorin des Buches, das die Stiftung Warentest vorstellte, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, recht zweifelhafte wissenschaftliche Arbeiten zur Grundlage ihrer Ergebnisse herangezogen zu haben." "Ich will doch nicht besser sein als der Schulmediziner, wir wollen doch niemandem etwas wegnehmen, wir wollen nur, dass die klassische Homöopathie mit ihrer Heilwirkungen anerkannt wird."