21.09.2004

Homöopathie: Schülerschar immer größer

Aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 21. September 2004


"Wir können nichts anderes als Homöopathie, aber die können wir wirklich", sagt Oliver Müller. Zusammen mit seiner Frau Beatrix Szabó leitet er das Regensburger Institut für klassische Homöopathie. Seit 1997 unterrichten die beiden gelernten Heilpraktiker eine immer größer werdende Schülerschar. Ärzte, Apotheker, Hebammen und sehr viele Laien besuchen die Kurse der beiden Spezialisten. "Teilnehmen kann bei uns jeder - aber wir haben kein VHS-Hausfrauenniveau", meint Müller. In einem einjährigen Einführungskurs vermitteln die Homöopathen unter anderem, wie man eine Anamnese durchführt und einfache, akute Erkrankungen behandelt. Nach Abschluss des ersten Jahres kann ein Fortgeschrittenenkurs belegt werden. Dann werden auf Viedo aufgezeichnete Fälle analysiert. Gruppenübungen mit Probanden finden statt. Um die klassische Homöopathie auch im Ausland zu etablieren, hat sich das Heilpraktiker-Ehepaar den "Homöopathen ohne Grenzen" angeschlossen. "Ich fahre zweimal pro Jahr nach Mazedonien und gebe dort Unterricht!", erzählt Beatrix Szabó. Gerade in Krisenregionen sei der Einsatz wichtig. "Die Homöopathie ist in der Lage, mit Traumata und heftiger Pathologie umzugehen", erklärt Müller. 1996 baute er im bosnischen Mostar ein Behandlungszentrum für Kriegsopfer auf. Durch ständige Fortbildung der dortigen Homöopathieschüler läuft das Zentrum inzwischen eigenständig in Sarajevo weiter. "Viele unserer Übersetzer fanden unsere Heilmethoden so überzeugend, dass sie das unbedingt auch lernen wollten", berichtet Szabó. Jetzt stehen die ehemaligen Übersetzer selbst als Homöopathie-Lehrer vor ihren neuen Schülern. Sowohl die Regensburger Praxis von Müller und Szabó, als auch ihr Insitut sind weit über die Stadt hinaus bekannt. "Teilweise fahren unsere Patienten drei Autostunden hierher", weiß Müller. "Eine Schülerin von uns kam sogar aus Lichtenfels am Obermain. Homöopathie ist unsere Erfüllung; das merken auch die Patienten und die Schüler." Für April 2005 planen die beiden in Zusammenarbei mit der VHS eine große Veranstaltung zum 250. Geburtstag des Homöopathiebegründers Dr. Samuel Hahnemann. Unter dem Titel "Heilkunst" soll die Auseinandersetzung mit der Homöopathie in die Öffentlichkeit getragen werden. Mit Ausstellungen sollen Interessierte über das Thema informiert werden. Wer nicht so lange warten will: Am Mittwoch ab 18.30 Uhr halten Oliver Müller und Beatrix Szabó im Diözesanzentrum am Obermünsterplatz eine Infoveranstaltung.