23.03.2005

Homöopathie - eine alternative Heilmethode mit großer Tradition

Aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 23. März 2005


"Heil-Kunst": Jubiläumsprogramm zum 250. Geburtstag von Samuel Hahnemann im April

Alternative Heilmethoden erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit - allen voran die Homöopathie. Am 10. April 1755 wurde ihr Begründer, der Arzt Samuel Hahnemann, in Meißen geboren. "Heil-Kunst" lautet der Titel des Jubiläumsürogramms zum 250. Geburtstag, bei dem das Regensburger Instiut für Klassische Homöopathie Anfang April Person und Heilmethode im Andreasstadel vorstellt. Dabei wird auch im Dialog mit regionalen Künstlern dem Begriff "Heil-Kunst" nachgegangen.

"Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt", schrieb Samuel Hahnemann in dem von ihm 1810 veröffentlicheten Regelwerk, dem "Organon der rationellen Heilkunde" unter Paragraph eins. In der zweiten Ausgabe veränderte er den Titel in "Organon der Heilkunst". Und ganu hier fängt für Heilpraktikerin Beatrix Szabó die spannende Auseinandersetzung mit Kreativität und Kunst in ihrer Arbeit an. Nicht nur kundig, sondern "Künstler" in einem Fachgebiet zu sein, ist wohl der höchste Anspruch, den man an sich stellen kann", beschreibt die Leiterin des Instituts für Klassische Homöopathie das Credo von Hahnemann. "In der Praxis erlebe ich das beispielsweise bereits während der Fallaufnahme, dem Anamnesegespräch. Ich könnte sehr statisch die Beschwerden abfragen. Doch das führt mich nicht wirklich zum Verständnis des Patientien. so achte ich darauf, immer im Kontakt zum Patienten zu bleiben, dabei geht das Gesrpäch in die Tiefe. Es entsteht ein Verständnis der Gesamtheit des Patienten. Das hat schon ein weinig etwas von einem Schöpfungsprozess. Und auf dieser Ebene stelle ich mir Kontaktpunkte zur Künstlerarbeit vor, ich vermute, dass im Schaffungsprozess eines Künstlers ähnliche Vorgänge passieren." Im Rahmen des Jubiläumsprogramms wird Beatrix Szabó dann zusammen mit Jürgen Huber vom Kunstverein Graz und regionalen Künstlern den Gemeinsamkeiten und Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Heilkunst nachspüren. Kunstausstellung und Diskussion stehen unter dem Motto: "Heil-Kunst. Heilt Kunst?"

"Similia similibus curentur - Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt", so lautet das von Dr. med. Christian Friedrich Samuel Hahnemann vor gut 200 Jahren herausgefundene Prinzip; demnach werden Kranheiten erfolgreich mit Substanzen behandelt, die bei gesunden Menschen genau die Symptome hervorrufen. " Er hat damit gleichsam ein Naturgesetz entdeckt und das eigentllch eher zufällig. Hahnemann arbeitete eine Zeit lang als Arzt in Siebenbürgen im heutigen Rumänien. Dort gab es damals noch die Malaria und er las in der Veröffentlichung des schottischen Arztes William Cullen von der heilenden Wirkung der Chinarinde bei Malaria. Im Selbstversuch nahm er Chinarinde ein und es zeigten sich bald die typischen Malariasymptome. Hahnemann kam zu dem Ergebnis, dass, wenn diese Arzneimittel bei Gesunden Malariasymtome produziert, es bei Kranken malaria heilt - also heile Ähnliches mit Ähnlichem", erkärt Oliver Müller, ebenfalls Heilpraktiker und Institutsleiter. An Hahnemann fasziniert ihn, dass er die Dinge so lange hinterfragte und prüfte, bis er es wusste und so zu einer Wisschenschaft kam. "Er war ein profunder Kenner der Medizin und Pharmakologie und das schon in einer Zeit, in der seine Kollegen noch zur Ader ließen, offene Wunden schlugen und geöffnet ließen oder mit Brech- oder Durchfallmitteln behandelten bis fast zum Tode" so Müller, der am 10. April, dem Geburtstag des Homöopathie-Begründers, über Leben und Werk des Arztes im Andreasstadel berichten wird.

Bei der klasischen Homöopathie steht der zu heilende Mensch im Mittelpunkt, seine Gesundung auf der körperlichen, geistigen und emotionalen Ebene. "Homöopathie heißt ursächlich heilen und nicht nur das Symptom behandeln - wenn die Krankheit heilt, bleibt nichts als Gesundheit übrig" beschreibt Oliver Müller die Wirkungsweise und verweist auf Heilungserfolge bei typischen chronischen Krankheiten, wie Asthma, Rheuma, Neurodermitis und Allergien. Aktuelle Studienergebnisse zur Homöopathie-Forschung werden von Dr. med. Claudia Becker-Witt vom Universtiätsklinikum Charité Berlin bei einem Informationsabend am 15. April vorgestellt. Schulmediziner und Homöopathen diskutieren anschließend die Frage "Was leitet die Homöopathie tatsächlich?"

Kunstausstellung und Diskussion "Heil-Kunst. Heilt Kunst?" finden am 2. April um 19.30 Uhr statt, am Sonntag den 10. April , um 11 Uhr gibt es die Matinée zum Geburtstag von Hahnemann, am 15. April um 19.30 Uhr den Informationsabend. Alle Veranstaltungen finden im Andreasstadel in Stadtamhof statt. Witere Informationen zum Jubiläumsprogramm gibt es im internet unter www.Homoeopathie-Regensburg.de.